Das mittlerweile gemeinfreie Werk Zurück zur Messe! von Prälat Robert Mäder aus dem Jahr 1937 enthält viele hilfreiche und prägnant-pointierte Gedanken zur heiligen Messe.
Im dritten Teil wird es in einigen Auszügen aus Mäders Schrift um den Gedanken des „ewigen Feuers“ auf dem Altar und der „Wiederverchristlichung des Alltagslebens“ gehen.
Das Feuer aber auf dem Altare soll immerdar brennen, und der Priester soll es nähren, indem er jeden Morgen Holz dazu legt, und soll das Brandopfer darauflegen, und über diesem das Fett des Friedopfers verbrennen. Dies ist das ewige Feuer, das nimmer auf dem Altare erlöschen soll.
Levitikus 6: 12-13
Sonntagsmesse
Die Sonntagsmesse ist das obligatorische gottesdienstliche Minimum. Kein praktisches Christentum ohne sonntägliche Teilnahme am Mysterium fidei, am unblutig wiederholten Kreuzopfer des Neuen Bundes.
Robert Mäder: Zurück zur Messe! Verlag Nazareth 1937, S. 121
Werktagsmesse
Aber weil es unsere Aufgabe ist, alles in Christus zu erneuern, müssen wir auch den Werktag, den von Gott geschaffenen, aber Gott wieder entrissenen, vermaterialisierten, modernen Werktag Dem zurückgeben, der auch ihn schuf. Ihn wieder christianisieren! Ihn katholisch machen. Ein hervorragendes Mittel zur Wiederverchristlichung des Alltagslebens die Werktagsmesse!
Im Alten Bund galt das Gesetz: Kein Tag ohne Gottesdienst! Kein Tag ohne Morgenopfer! (…) Immerwährender Gottesdienst! Das Gesetz des Alten Testaments muß auch das Gesetz des Christentums sein. Wenn unser Glaube der wahre ist, dann muß er den immerwährenden Gottesdienst kennen. Das ewige Feuer der Altäre. (…)
Hier haben wir einen neuen Beweis für die Wahrheit der katholischen Kirche. Der Katholizismus ist die einzige Religion des immerwährenden Gottesdienstes. Es gibt keinen Augenblick, wo das Opfer des Kalvarienberges nicht an zahllosen Orten unblutig erneuert und dargestellt wird. Unaufhörlich treten Priester an die Altäre, um den Leib und das Blut des Herrn Gott darzubringen zu Lob, Dank und Sühne und heißem Flehen. (…)
Ewiges Kyrie. Ewiges Gloria. Ewiges Credo. Ewiges Sanctus. Ewige Wandlung. Ewiges Opfermahl der Kommunion. Ewiger Segen. Ewiges Beten und Jubeln und Danken und Sühnen. Der Erdkreis ein riesengroßer Tempel! Die katholische Kirche die Religion des immerwährenden Gottesdienstes! (…)
Gott ist auch Gott des Werktags! Also soll Seine unendliche Majestät auch am Werktag Gegenstand unserer Huldigung sein. Kein Tag ohne Gottesdienst! Wir empfangen alle Tage die Wohltaten des Himmels. Was ist selbstverständlicher als alle Tage Dankopfer? Kein Tag ohne Messe!
Wir sündigen alle Tage und ziehen uns so Gottes Strafen zu. Was ist vernünftiger als alle Tage Sühnopfer um Verzeihung und Gnade? Kein Tag ohne Messe! Wir brauchen stetsfort leiblich und geistig die Hilfe des Allerhöchsten. Ohne Ihn können wir nichts tun. Darum – sollte man denken – alle Tage Bittopfer! Kein Tag ohne Messe! (…)
Lebendigere Anteilnahme des christlichen Volkes auch an der Werktagsmesse. (…) Jeder Christ in gewissem Sinne Priester! Priester sein heißt aber Altardienst versehen, mitwirken beim heiligen Opfer. Ihr gehört an die Altäre! Gottesdienst euer erstes, heiligstes, erhabenstes Tageswerk! (…) Das christliche Volk gehört zu Christus. Zu den Altären.
Robert Mäder: Zurück zur Messe! Verlag Nazareth 1937, S. 121-125
Wir betonen dem Minimalchristentum gegenüber das Maximalchristentum. Das Christentum der absoluten Ganzheit!
Robert Mäder
