Das mittlerweile gemeinfreie Werk Zurück zur Messe! von Prälat Robert Mäder aus dem Jahr 1937 enthält viele hilfreiche und prägnant-pointierte Gedanken zur heiligen Messe.
Im dritten Teil wird es in einigen Auszügen aus Mäders Schrift um den Gedanken der Kommunion gehen.
Opfermahlzeit
Das Fleisch davon aber soll an demselben Tage gegessen werden, und nichts davon soll bis zum Morgen übrigbleiben.
Levitikus 7: 15
(…) sondern ihr sollt an den Ort kommen, welchen der Herr, euer Gott, aus allen euren Stämmen erwählen wird, seinen Namen dorthin zu setzen und dort zu wohnen, und ihr sollt an diesem Orte eure Brandopfer und eure Schlachtopfer, die Zehnten und die Erstlinge eurer Hände, eure Gelübde und freiwilligen Gaben, und die Erstgeburten eurer Rinder und Schafe darbringen. Dort sollt ihr vor dem Herrn, eurem Gott, essen und fröhlich sein über alles, woran ihr und eure Familien eure Hand gelegt habt, womit der Herr, euer Gott, euch gesegnet hat.
Deuteronomium 12: 5-7
Zur Opferung und Wandlung gehört die Kommunion, die Opfermahlzeit der Opfergemeinde, wodurch die innigste seelische Vereinigung mit dem Opfer Christus ausgedrückt und hergestellt wird.
Robert Mäder
Es gibt keine vollkommenere Art der Vereinigung mit der heiligen Messe als das In-Sich-Aufnehmen des Opferpriesters und der Opfergabe, des Opferleibes und des Opferblutes und der Opferseele durch die heilige Kommunion. Die Kommunion der Höhepunkt liturgischer und aszetischer Christusverbundenheit! Zur Messe gehen ohne zur Kommunion gehen zu wollen, wäre ein innerer Widerspruch.
Die Messe und darum der Sonntag ist Kommunion. Ist Vereinigung. Ist Näherkommen von Gott und Mensch, von Mensch und Gott, von Mensch und Mensch. Durch und in dem sakramental gegenwärtigen Christus.
Wir kennen immer noch viel zu wenig die Zusammengehörigkeit von Opfer und Opfermahlzeit, von Messe und Kommunion. Schon im Alten Bunde war man sich darüber klar. Der Opferer legte die Opfergabe durch die Hände des Priesters auf den Altar. Das war die Opferzubereitung. Der Priester opferte die Opfergabe mit und für die Opferer Gott auf. Das war die Opferdarbringung. Aber keinem kam es in den Sinn, daß damit die Opferhandlung fertig sei. Es brauchte ein Drittes. Die Priester und Mitopfernden aßen von den geopferten Gaben. Das war die Opfermahlzeit, die alttestamentliche Kommunion.
Hier haben wir, wenn man so will, die Messe des Alten Bundes. Das Opfer muß, um ganz unser Opfer zu sein, in uns hineingegessen oder kommuniziert werden. Weil die Messe, das Opfer des Neuen Bundes, nach göttlicher Anordnung ein Speiseopfer ist, darum muß sie ihren Abschluß in der Opfermahlzeit finden. Die heilige Messe muß ihren dritten Hauptteil, die Kommunionfeier haben und zwar die Kommunionfeier der ganzen Opfergemeinde. Wer mitopfert, ißt mit.
Das Leben eine Messe und darum das dritte Grundgesetz des Lebens das der Kommunion! Unsere Zeit ist pelegianisch. Denkt, spricht und handelt pelegianisch. Sie will alles aus eigener Kraft. Die Erziehung bis weit in unsere Reihen hinein ist pelegianisch, Erziehung mit nur natürlichen Mitteln. (…) Die Politik ist meist pelegianisch. (…) Die Sozialreform ist pelegianisch. (…) Man baut mit Gott oder man baut vergeblich. (…)
Ohne Mich könnt ihr nichts tun, spricht Christus. (…) Also der dritte Hauptteil der Messe, das dritte Grundgesetz des privaten und sozialen Lebens, die Vereinigung mit Jesus, die Kommunion! Wahrlich, wahrlich, sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und Sein Blut nicht trinken werdet, werdet ihr weder das übernatürliche göttliche Leben in eurer Seele, noch das Leben sozialer Liebe und Gerechtigkeit unter euch haben.
Robert Mäder: Zurück zur Messe! Verlag Nazareth 1937, S. 72-73; 119; 131-132
Und dieser ewge Quell, uns zu beleben,
heiliger Johannes vom Kreuz (aus dem Gedicht „La Eterna Fuente“)
Hat sich im Lebensbrote uns gegeben;
Obgleich‘s bei Nacht ist.
Hier quillt er, zu sich ladend alle Wesen,
Daß sie an ihm sich laben und genesen;
Obgleich‘s bei Nacht ist.
Ja, ich erblick ihn hier in diesem Brote,
Und sehn and schmachte mich nach ihm zu Tode;
Weil es bei Nacht ist.
Wahrhaftigkeit bei der Kommunion
Wahrhaftigkeit bei der Kommunion! Kommunion ist Vereinigung. Vereinigung der Herzen. Vereinigung der Geister. Vereinigung der Tat. Die Kommunion sagt: Wir alle, die wir an der gleichen Kommunionbank knien, den gleichen Heiland empfangen, müssen zusammenstehen und zusammenhalten. Zwischen Christen darf es keinen Hader und keine Feindschaft und keine Uneinigkeit geben. Wenn deine Messe wahrhaft ist, wenn sie keine öffentliche Heuchelei ist, lebe mit deinem Mitmenschen wie mit Bruder und Schwester. Ertrage und verzeihe!
Robert Mäder: Zurück zur Messe! Verlag Nazareth 1937, S. 24
